Geologie der Lägern
Am 9. September 2023, einem heissen Spätsommersamstag, tra-fen sich 25 Erwachsene und 14 Kinder beim Reservoir Mooshalde. Herfried Madritsch erklärte pa-ckend die Auffaltung der Lägern, wie sie entstand und welche Ge-steinsschichten vorkommen. Er konnte die Zuhörer/innen von jung bis alt in seinen Bann ziehen. Man hörte ihm gerne zu, wie er aus sei-nem riesigen Wissen berichtete. Er hatte eine Kopie der historischen, handgezeichneten Karte der Lägern aus dem Jahr 1907 von Albert Heim dabei. Das Original davon hängt im Hotel Blume in Baden. Der berühmte Schweizer Geologe Albert Heim (1849-1937) kraxelte schon vor über hundert Jahren als Geologe in der Gegend und an der Lägern herum, forschte und zeich-nete den noch heute stimmigen geo-logischen Querschnitt der Lägern.
Ein Meer an der Lägern
Herfried zeigte den Zuhörern, mit welchen Instrumenten Geologen auch heute noch ins Gelände gehen. In einer schönen Ledertasche hat er auf seinen Touren stets einen Hammer, eine Lupe, einen speziel-len Geologenkompass und ein Fläschchen verdünnter Salzsäure dabei. Warum schlägt er Steine mit dem Hammer auf? Die frische Ge-steinsfläche offenbart unter der Lupe, um welches Gestein es sich handelt. Anhand der Fossilien er-kennt Herfried Madritsch, welches Gestein er vor sich hat und wie alt es ist. Er zeigte uns, welche ver-steinerte Resten von Tieren, welche in der geologischen Jura-Zeit vor ca. 200-145 Mio. Jahren lebten, wohl hier zu finden sein könnten: verschiedene Meeresbewohner wie Belemniten, Brachiopoden, Ammo-niten, Crinoiden, …. aber zumin-dest hier an der Lägern keine Di-nosaurierknochen. Denn hier war ein mitteltiefes Meer. In Tongrube von Frick dagegen findet man Ge-steinsschichten aus der vorherge-henden Trias-Zeit, in der die Region von einem grossen Sumpfgebiet eingenommen wurde. In diesen Ge-steinsschichten findet man dort auch versteinerte Dinosaurierske-lette.
Wissen mit Humor vermittelt
Voller Eifer machten sich die «jun-gen Geologen» daran, Steine zu klopfen und Schätze zu finden. Her-fried Madritsch erzählte den Er-wachsenen weiter und liess sich geduldig von den Kindern unterbre-chen, um ihnen zu erklären, was sie gefunden haben. Herfried, ur-sprünglich aus Osttirol Österreich, lebt mit seiner Familie im Quar-tier. Er forschte mehrere Jahre bei der Nagra und konnte viel Wis-senswertes erzählen. Oft streute er humorvolle Erlebnisse ein – zum Beispiel wie er hautnah in Basel bei einer Feier der Geologen dabei war, als es wegen eines Erdbebens «rumste». Man spürt, dass Herfried seine Passion und sein Hobby zum Beruf machen konnte. Die interes-sierten Zuhörerinnen und Zuhörer stellten viele Fragen, welche er kompetent und in einer für Laien verständlichen Sprache beantwor-tete. Man spürte, dass die Lägern ihn immer noch fasziniert, ihm ans Herz gewachsen und zur neuen Heimat geworden ist.
Cornelia Brühlmeier Grüter,
September 2023